Montessori
Landesverband
Baden-Württemberg e.V.

Workshop 1 mit Ferdinand Tosch: Der Faustkeil in der Hightechküche

Am Anfang war die Zahnbürste, die elektrische. Dass diese nicht mittels Zauberkraft sondern dank einfacher aber genialer Technik funktioniert, galt es in diesem Workshop zu erkunden.

Ferdinand Tosch, angereist mit einem alten braunen Koffer voller gesammelter Schätze, gab einen Einblick in die Welt der Achsen, Lager, Kurbeln, Wellen, die für Antriebe zuständig sind. Manch ein Beispiel aus unserem Alltag wie Quirl, Handbohrer und andere Zeugen menschlicher Erfindungsgabe aus Küche und Werkstatt, dienten der Veranschaulichung mechanischer Grundbegriffe. Ferdinand Tosch ist ein genialer Erzähler, der mit einfachsten Hilfsmitteln wie Draht und Zange seinen Grundkurs der Mechanik illustrierte.

Währenddessen man noch die Kraftübertragung von einer Kurbel mittels Welle und Pleuel am entstehenden Modell bestaunte, schritt Ferdinand Tosch nach einem weiteren Blick in die mittlerweile auseinandergepflückte Zahnbürste zum nächsten Detail: der Umformung der Kraft.

Eine ausgediente Auto-Kardanwelle diente als Vorbild, damit Ferdinand Tosch die nächsten Drähte biegen und die mechanische Konstruktion fortführen konnte. Aus einer kreisförmigen Bewegung wurde eine lineare Vorwärts-Rückwärts-Bewegung, mit der sich allerhand antreiben lässt. Dann noch ein paar Lager, eine Achse mit Hebel, der schliesslich die Modellbürste zum Rotieren brachte. Eine abenteuerlich aussehende Bürstmaschine war entstanden, die jedoch ganz nach dem Prinzip der elektrischen Zahnbürste funktionierte. Jetzt wissen wir: die Bürste der elektrischen Zahnbürste dreht sich nicht rundherum, sie rotiert lediglich hin und her.

Dass dieser Workshop nicht bei der Vorführung blieb, erklärt sich fast von selbst. Im Anschluss wurde eifrig an eigenen mechanischen Wunderwerken gebastelt, gebogen und  experimentiert. Der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt, solange sie den Gesetzen der Mechanik gehorchte. Ein inspirierender Workshop.

Martina Szabo, Daniela Schwarz

 

 

Workshop 2 mit Gabriele Kühn-Knüppel: Texte mit Hilfe der Grammatik betrachten und verbessern

Wie kann man Kindern helfen, die mit der Sprache nicht so gut umgehen können? Dieser Gedanke war der Ausgangspunkt von Gabriele Kühn-Knüppels Überlegungen. Da diese Kinder strukturell denken können, kam ihr der Gedanke, ihnen über die Grammatik zu helfen, ihre geschriebenen Texte zu verbessern. Oft waren in den Texten der Kinder das Subjekt und das Prädikat zu finden, aber keine Satzteile, und außer Pronomen, Substantiven und Verben fanden sich nur selten andere Wortarten. Über die Wortarten ließe sich der Text erweitern. Fr. Kühn-Knüppel fing an, mit ihren Schülern die Wortarten bei Texten zu bestimmen.

Nach dieser theoretischen Einleitung erfolgte eine kurze Wiederholung und Ausweitung der Arbeit mit den Wortartensymbolen. Frau Kühn-Knüppel empfahl uns, das Possessivpronomen in unsere Arbeit mit aufzunehmen, die Englischlehrer der zukünftigen 5. Klassen wären uns dafür dankbar. Es erfolgte noch ein Hinweis darauf, dass der Begriff „Numeral“ veraltet ist und offiziell jetzt „Zahl-Adjektiv“ heißt. Auch „Zahlwort“ ist akzeptabel.

Dann wurden jede Menge praktische Übungen vorgestellt und ausprobiert.

Vielen Dank, dieser Workshop war eine echte Bereicherung!

Susanne Werner

 

 

Workshop 3 mit Markus Wurster: Geometrie der Polygone

Hr. Wurster stellte ein Konzept zur Elementargeometrie für die Altersstufe ab etwa 9 Jahren vor, welches konstruktive und analytische Aspekte der Polygone, handelnde, kreative und ästhetische Erfahrungen und kulturgeschichtliche Begegnungen miteinander verbindet.

Elementare Erfahrungen durch Nachvollziehen und Experimentieren, Analysieren und Beschreiben, Übertragen und Erweitern bilden den Boden, auf dem begriffliche Lektionen angeboten werden, eingebettet in die reiche Kulturgeschichte der Mathematik von der Antike bis heute.

Vielen Dank für einen spannenden Workshop und viele neue Erfahrungen.

 

 

  

Workshop 4 mit Markus Wurster: Das verdoppelte Quadrat – auf der Spur der irrationalen Zahl Wurzel aus 2

Herr Wurster steigt in dieses mathematische Thema mit einem Blick auf die Ursprünge, in die Geschichte - zu Sokrates – ein. Erster praktischer Impuls ist der Arbeitsauftrag, aus einem Papierquadrat ein weiteres mit der gleich großen Fläche zu „machen“. Es entstehen verschiedene Ansätze, die Gruppe kommt ins Diskutieren über die Möglichkeiten, welche Ideen funktionieren, welche nicht. Letztendlich kommen die Teilnehmer zum „verdoppelten Quadrat“.

Herr Wurster zeigt seinen Zugang zur Lösung dieser bei Sokrates philosophischen Frage und zeigt somit einen Weg auf, wie man sich diesem Problem mit Kindern nähern kann.

Als nächstes wirft Herr Wurster die Problemstellung in die Runde, wie man ausrechnen kann, wie lang die Seite des neuen Quadrates im Verhältnis zum alten ist. Herr Wurster demonstriert die Gedankengänge mit Hilfe des Wurzelbrettes. Die Teilnehmer versuchen, über eine Messreihe mit dem kleinen Wurzelbrett das doppelte Quadrat zu finden. Es gelingt nur eine Annährung, keine Lösung.

Die Lösung des Problems bietet √2. Herr Wurster macht dazu einen erneuten Diskurs in die Geschichte. Beweise für Annäherungsversuche an die Frage: „Wie heißt die Zahl, die mit sich selbst multipliziert „2“ ergibt?“. Erkenntnis: Es gibt keine glatte Zahl.

Heutzutage können Computer ein annäherndes Ergebnis liefern (5 Millionen Stellen nach dem Komma nach 6 Wochen Ausdruck).

Herr Wurster gibt Beispiele für den praktischen Umgang mit √2 (Pythagorasbaum, Wurzelschnecke). Beim Versuch, beim DinA 4-Blatt √2 nachzuweisen, gelingt der Beweis, dass man bei jedem Falten auf die Hälfte zum Ergebnis 1,41... kommt.

Herr Wurster erklärt abschließend nochmals seine Faszination für die Wagenschein-Methode, die ihn veranlasste, sich mit Kindern auf Gespräche zu diesem Thema einzulassen.

 

 

 

Workshop 5 mit Renée Claßen und Peter Bay: Textaufgaben

Die Sau „Lara“ hat 5 Junge. 2 Ferkel gehen zum Trog, die anderen verstecken sich hinter der Mutter... In vielen kleinen Schachteln verbirgt sich konkretes Material für solche und ähnliche Aufgaben.

Frau Claßen zeigt den Teilnehmern dieses Workshops, wie die Schüler die Rechengeschichten durchspielen und auf diese Weise die Rechenoperation handelnd erfassen können. Schon im frühen Alter können so alle 4 Rechenarten anschaulich erlebt werden.

Neben der Einführung mathematischer Fachbegriffe durch die 3-Stufen-Lektion verdeutlichte Frau Claßen anhand des Perlenmaterials das Wesen der Gleichung. Proportionalität veranschaulichte sie am praktischen Beispiel der Vervielfältigung von Kochrezepten.

Einmal auf diese Weise erfahren, können die Schüler dieses Prinzip leicht auf andere Gebiete übertragen. Der Workshop hat wieder einmal vor Augen geführt, wie eindrücklich es ist, wenn man Mathematik vor Augen geführt bekommt! Vielen Dank!

 

  



Workshop 6 mit Renée Claßen und Peter Bay: Anmerkungen zur Division

Im Workshop „Anmerkungen zur Division“ stellten Renée Claßen und Peter Bay in bewährter Weise anschaulich die „Gruppendivision“ mit dem Markenspiel sowie Möglichkeiten der Primfaktorenzerlegung vor. In Übungsphasen mit den Mathematikmaterialien konnten die dargebotenen Informationen intensiv nachvollzogen und gefestigt werden.

Vielen Dank dafür!

 

 

 

Workshop 7 mit Eva Lindauer: Planetenmodell   

Im Workshop „Planetenmodell“ wurde fleißig angemalt, gesägt, geschnitten... und alle waren mit viel Freude an der Arbeit.

Vieles konnten wir fertig stellen, und das Modell kann demnächst im Unterricht eingesetzt werden.

Der Workshop war auf 2 Tage angelegt. Vielen Dank an Frau Lindauer für die gut organisierte und durchdachte Vorbereitung.

Anna Ferroukhi

 

 

Workshop 8 mit Dania Nikisch: Bauch, Beine, Po für unsere Zunge

Diesen Workshop möchte ich kurz mit „absolut gelungen“ bezeichnen!

Wir erhielten Einblicke in die Theorie der Sprech– und Sprachentwicklung beim jungen Kind. Die Motorik der Sprechwerkzeuge, die Bildung der Laute und die Artikulation sind wichtige Voraussetzungen für das Sprechen.

Neben den theoretischen Inhalten erhielten wir eine große Auswahl an „Sprachspielen“. Die Vorschläge und praktischen Beispiele an Fingerspielen, Lautspielen und Artikulationsübungen können wir direkt in unsere praktische Arbeit einfließen lassen und umsetzen.

Wir „spielten“ einige Reime und Rhythmen selbst durch und uns wurde bestätigt, wie wichtig das Vorleben einer korrekten Sprache, einer deutlichen Artikulation und auch der Freude am Sprechen ist.

Ein großes Dankeschön an Frau Nikisch für die Vorbereitung und für die motivierende Durchführung dieses Workshops. Er war praxisnah und genau das, was wir uns darunter vorgestellt hatten.
Vielleicht können wir im nächsten Jahr in Wernau eine „Fortführung“ genießen?    
 
Heidi Mitius

  

Workshop 9 mit Claudia Schäfer: Die Entwicklung der Sinne und die frühkindliche Wahrnehmung - Was brauchen Kinder unter drei Jahren?

In dem Workshop haben wir reingeschnuppert, wie sich das Kind in seinen ersten Jahren entwickelt. In diesem Alter ist für das Kind noch Vieles ein neues Feld, und es vollbringt enorme Leistungen.

Die Dozentin hat bei den Teilnehmern den Geschmackssinn hervorgelockt, der bis zum 14. Lebensjahr entwickelt wird. Beim Greifen weiß das kleine Kind noch nicht, welche Kraft es anlegen soll, und glaubt, sich versteckt zu haben, wenn es sich die Augen zuhält.

Im Workshop wurde deutlich der Zusammenhang der Sinne mit Bewegung, Empfindlichkeit und Gefühlen dargestellt. Nach Montessori haben Kinder die Schaukraft der Liebe, und die Erwachsenen sollen sich responsiv verhalten, einfühlsam die Entwicklung verfolgen.

Zum Schluss haben wir Teilnehmerinnen Materialien, die zur Schulung der Sinne in diesem Alter beitragen, kennen gelernt: Kulturbeutel mit Inhalt, Besteckkasten, Blüten mit verschiedenen Düften und Vieles mehr, was wir in der Praxis gut gebrauchen können.

 

 

 

 

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