Montessori
Landesverband
Baden-Württemberg e.V.

Workshop 1 mit Irmgard Ottinger und Peter Bay: Die Arbeit mit den geometrischen Körpern – ein weites Feld!

Aufbauend auf die erste Begegnung mit den Geometrischen Körpern im Kinderhaus wurde Schritt für Schritt gezeigt, wie den Kindern die Namen der Körper nicht nur gesagt, sondern auch die Bedeutung vermittelt wird. Von der Drei-Stufen-Lektion erfolgt der Übergang in die Darbietung, zu der die Kinder von der Erzieherin/Lehrerin zur Teilnahme eingeladen werden. Dort erfährt das Kind, was eine Basis – eine Begrenzungsfläche (eben bzw. gekrümmt) – eine Kante – Ecke – Höhe usw. ist.

Die Teilnehmerinnen erhielten Gelegenheit, selbst einen Körper abzubilden – ein Netzt auszuschneiden.

Höhepunkt war die Darbietung, die zeigte, wie man beliebige Prismen umformen kann, um die Berechnung von Körpern (Volumen) anzubahnen. Frau Ottinger führte alle Darbietungen kompetent durch und begeisterte dabei alle Teilnehmerinnen.

 

Workshop 2 mit Irmgard Ottinger und Peter Bay: Anmerkungen zum Stellenwert von Konstruktionen mit Zirkel und Lineal

Schwerpunkte des Workshops waren:

Die Arbeit mit den metallenen Einsätzen: Form nachfahren oder Rahmen zum Nachfahren, Kombinationen entdecken durch Drauflegen und Nachfahren, welche Formen passen in welche hinein, wir zeichneten und probierten selbst aus.

Das Zeichen auf Papier mit dem Lineal: Wir konstruierten ein Rechteck nur mit Lineal und Zirkel. Es gab verschiedene Lösungswege und war sehr interessant. Aus einem rechteckigen Blatt mussten wir ein gleichseitiges Dreieck falten. Spannend!

Die Arbeit mit der geometrischen Kommode: Die Kreise mussten in die Rechteckrahmen passen. Wir ließen den Kreis auf einer Geraden ablaufen und zeichneten den Durchmesser des Kreises so oft es geht ein. Hier entsteht visuell die Zahl „Pi“ (π = 3,14159...), 3x und ein bisschen.

Erklärungen zu den konstruktiven Dreiecken: Welche sind kongruent (deckungsgleich) zu welchen? Die Teile eines Dreiecks sind auch kongruent, und es lässt sich zum Bruchrechnen überleiten – ein Halbes/zwei Halbe, ein Drittel.... Das Parallelogramm ist äquivalent zum gleichschenkligen Dreieck und zum Trapez. Auch der Satz des Pythagoras lässt sich herleiten.

 

 

Workshop 4 mit Uta Schön: Die Erde als Ganzes

Ausgang aller didaktischen Überlegungen, Kindern im Kinderhausalter die „Erde als Ganzes“ nahe zu bringen, ist gemäß Uta Schön die zentrale Zielsetzung des Montessori-Konzepts, die Kinder „ins Staunen“ zu bringen. Nachdem die in diesem Zusammenhang stehenden Begriffe geklärt und der notwendige Transfer der Prinzipien des AMI- Konzepts der Kosmischen Erziehung für 6-12-jährige Kinder auf die Arbeit im Kinderhaus erläutert und diskutiert wurde, stellte Frau Schön eine Fülle ansprechender Materialien vor, die dafür stehen, diesen Transfer zu leisten. Dass die vielfältig dargebotenen Materialien nicht nur die Kinder ansprechen, sondern auch uns erwachsene Teilnehmer/innen ins Staunen versetzen können, bestätigte die lebendige Auseinandersetzung und der rege Austausch im inhaltlich anspruchsvollen, liebevoll vorbereiteten praktischen Teil des Workshops. Letztlich trug überdies die angenehm ruhige und zugleich offene Art der Dozentin dazu bei, dass die gut besuchte Veranstaltung einen rundweg positiven Verlauf nehmen konnte. Fazit: Mehr davon!

Eva Schumacher

Workshop 5 mit Wolfgang Dautel und Eva Lindauer: Wortkarten zu den Sprachkästen

Im Workshop wurden Wortkarten zu den Sprachkästen bearbeitet. Das Material war von Eva Lindauer vorbereitet worden, sprich, es war bereits fertig laminiert und in handliche Bündel gepackt worden. Den Teilnehmerinnen blieb noch, die Karten zu schneiden und in die entsprechenden Kästen einzuteilen. Diese Kästen waren von der Behindertenwerkstatt St. Josefshaus montiert und teilweise bereits eingelassen worden.

Bevor es an die Arbeit ging, führte Herr Wolfgang Dautel zunächst aus, inwieweit bei diesen Sprachkästen und den Wortkarten Unterschiede bestehen: Die Farben der Wortsymbole sind durchgängig, um Verwirrung seitens der Kinder zu vermeiden.

Alles in allem eine wohldurchdachte und gelungene Veranstaltung, für deren Vorbereitung die Teilnehmerinnen des Kurses nochmals herzlich danken.

Workshop 6 mit Markus Wurster: Puzzle der Unendlichkeit – Geometrische Muster mit Würfel-, Penrose- und Girih-Formen

In bewährter Art und Weise brachte uns Markus Wurster die spannende Welt der geometrischen Muster näher und ließ uns den Aufbau aus ihren Grundformen erleben, nachbauen und konstruieren.

Herzlichen Dank für den professionell vorbereiteten Workshop und die vielfältigen Anregungen!

Workshop 9 mit Irene Bauer: Infant Handling

Mit viel Begeisterung führte uns Irene Bauer, Dozentin für „Infant Handling“ in die Theorie ein. Entwickelt wurde das Konzept  Anfang der 70iger Jahre von Dr. Lenny Maietta und Dr. Frank Hatch. Die wissenschaftlichen Grundlagen für Kinästhetic Infant Handling kommen aus:

- Der Verhaltenskybernetik
- Der Anatomie / Physiologie
- Der Entwicklungspsychologie
- Der Biologie
- Der Physik

Zugrunde liegt allen Überlegungen die Frage, wie wir Säuglinge, Kinder, Erwachsene und auch uns bewegen können, dass es sich förderlich auf die gesamte Aktivitätsentwicklung auswirkt. Denn: „Die Art und Weise, wie Menschen die Bewegung für ihre Alltagsaktivitäten gestalten, hat einen positiven oder negativen Einfluss auf ihre Gesundheits-  und Lernprozesse in jeder Lebenshase,  ein Leben lang.“

Da wir Erwachsenen die „Bewegungsressourcen“ für alle uns anvertrauten Kinder sind, betrachtet das Konzept „Infant Handling“ jegliche Aktivität unter den Gesichtspunkten Interaktion, Anatomie, Anstrengung, Bewegung, Funktion und Umgebung. Dabei steht der Muskel stets im Mittelpunkt jeglicher Aktivität.
Wenn beim „Infant Handling“ von „harten Massen“ gesprochen wird, sind die Körperteile jedes Menschen gemeint, die vorwiegend auf der Körperrückseite oder der Seite des Körpers liegen. Dort, wo man Knochen spüren kann, gelingt es mit wenig Kraftaufwand und unter größtmöglicher Mithilfe der zu bewegenden Person, egal, ob es sich um einen Säugling, ein Kleinkind, ein Kind mit Handicap oder einen Erwachsenen handelt, gewünschte Bewegungen zu erzielen.

Irene Bauer gelang es wunderbar, durch zahlreiche praktische Übungen, sowohl an einer Säuglingspupe, als auch an uns selber, dies praktisch zu üben und zu erfahren. Ganz besonders liegt dabei das Augenmerk auf den spiralförmigen Bewegungsabläufen, die der natürlichen Bewegungsentwicklung entsprechen. Säuglinge beginnen sich über die Seite zu drehen; das krabbelnde Kind kommt über seitliche Rotationsbewegungen zum Sitzen; das stehende Kind kommt über drehende Bewegungen zum Sitzen. Dies sind einige Beispiele, die wir Erwachsenen uns zu Nutze machen können, um unsere eigenen Bewegungsmuster möglichst ressourcenschonend zu überdenken, sowohl im Umgang mit Kindern als auch mit pflegebedürftigen Personen und uns selber. Diese spiralförmigen, natürlichen Bewegungsabläufe sorgen für eine differenzierte Bewegungswahrnehmung, eine harmonische  Atmung, die Anregung der Darmtätigkeit sowie einen natürlichen Fallschutz.

Irene Bauer vermittelte mit ihrem praxisorientierten Workshop und ihrer lebendigen Art bleibende Eindrücke. Herzlichen Dank!

Karin Kuchenbecker

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