Montessori
Landesverband
Baden-Württemberg e.V.

Workshop 1 mit Renée Classen und Peter Bay: Mit Kindern ins Gespräch kommen - Anmerkungen zum Sprache-Kurs im Rahmen der Montessori-Diplomkursarbeit

Der Schwerpunkt des Workshops lag auf der Erweiterung des aktiven und passiven Wortschatzes der Kinder durch das Schaffen von Sprachanlässen. Der Stellenwert der gesprochenen Sprache im Kinderhaus und im Primarschulbereich wurde deutlich herausgestellt.

In Bezug auf den Montessori-Diplomkurs der DMG und DMV wurde Workshop aufgezeigt, dass es deutlich mehr Sprechanlässe bedarf, als im Kurs gelernt, um den Spracherwerb im Kinderhaus zu fördern. Es wurden vielfältige Materialien und Mlöglichkeiten vorgestellt, um mit Kindern ins Gespräch zu kommen.

Die Teilnehmer konnten das vorgestellte Praxismaterial selbstständig ausprobieren und eigene Erfahrungen sammeln. Die Materialien können ohne großen finanziellen und logistischen Aufwand erworben werden und schnell in die eigenen Einrichtung integriert werden. Toll! Insgesamt war der Workshop sehr gut vorbereitet, und die Durchführung war sehr abwechslungsreich gestaltet.

Workshop 2 mit Irmgard Ottinger und Peter Bay: Geometrische Körper - Volumen (Rauminhalt)

Interessante, klare Einführung der Volumenberechnung mit Einschüben von realitätsbezogenen Knobelaufgaben. Vielen Dank den schönen Workshop mit viel neuem Material und Ideen.

Workshop 4 mit Karl Grass: Knobelaufgaben

In der Lernwerkstatt konnten alle TeilnehmerInnen in gewohnt professioneller Umgebung Materialien zu mathematischen Knobelaufgaben herstellen, die sich vielfältig und differenziert einsetzen lassen. Bei vielen Aufgaben gibt es mehrere Lösungen, sie fordern die Kinder in besonderem Maße zum Nachdenken und Nachfragen heraus.

Ein tolles Material, das Herr Grass wieder engagiert und mit großem Aufwand vorbereitet hat. Einen ganz herzlichen Dank für die Mühe!!!

Workshop 5 mit Rainer Völkel: Beobachtung als Hilfe, Kinder besser zu verstehen, statt sie zu „vermessen“

Auf  anregende Art und Weise fand in kleiner Runde ein Austausch über bisherige Beobachtungsinstrumente in verschiedenen Einrichtungen statt. Anschließend referierte Herr Völkl in Form eines Impulsreferates über zentrale Elemente von Beobachtung und inwiefern sich diese von Tests unterscheiden, um abschließend den Teilnehmerinnen ein effizientes und alltagstaugliches Beobachtungsinstrumentarium vorzustellen.

Workshop 6 mit Ursula Müller-Riekert: Freie Arbeit mit Forscherkisten - Naturwissenschaftliches Lernen in Kinderhaus und Grundschule

Die Arbeit mit den Forscherkisten von Frau Müller-Riekert ermöglicht den Kindern das Entdecken vielfältiger interessanter Phänomene. Dabei steht zunächst ds spielerische Erproben im Vordergrund. Das Konzept der Forscherkisten geht auf Anregungen von Gerd Oberdorfer zurück.

Nach einer kurzen Einführung in Thema und Literatur hatten die Teilnehmer am Samstag Gelegenheit, viele Versuche aus den Bereichen Optik und Akkustik selbst durchzuführen. Frau Müller-Riekert hat hier viel Mühe auf sich genommen und eine große Anzahl interessanter Arbeitsstationen aufgebaut. Am Sonntag wurde die Arbeit mit Versucehn zur Mechanik fortgesetzt.

Die Teilnehmer konnten auch Einiges zum Einsatz in der eigenen Klasse selbst herstellen. So konnte ein Grundstock für den Aufbau eigener Forscherkisten gelegt werden. Vielen herzlichen Dank für die Mühe!

Workshop 8 mit Markus Wurster: Wie weit ist der Mond von der Erde entfernt? - Ein Geometrie-Experiment nach Martin Wagenschein

Wie weit ist der Mond von der Erde entfernt? – Wissen wir das? Klar, im Zeitalter des Internet ist die Frage mit wenigen Mausklicken geklärt, aber haben wir eine Vorstellung davon, wie weit 384.000 km sind?

Das sind die Fragestellungen, mit denen M. Wurster uns zur Einleitung seines Workshops konfrontiert, uns zum Grübeln animiert und unseren Forschergeist weckt. Im Verlauf der zwei Stunden, die wir gemeinsam verbringen, nähern wir uns angeleitet durch eine sehr anschaulich ausgearbeitete dialogische Einführung der Frage nach der wirklichen Entfernung zwischen Mond und Erde an. Gespannt vollziehen wir das geometrische Experiment nach, wie es seinerzeit von den Astronomen Lalande und Lacaille unter der gleichen Fragestellung angelegt wurde und kommen nach einer Weile jede Gruppe für sich zu einem eigenen Ergebnis.

Der Aha Effekt, dass das gemittelte Ergebnis unwesentlich entfernt von dem Ergebnis, das wissenschaftlich akzeptiert ist, ist groß! Die Entfernung des Mondes von der Erde entspricht ungefähr dem 30,1 fachem Erddurchmesser, wir kommen auf ein Ergebnis von 31 Erddurchmessern.

Wie befriedigend, dass wir mit einfachen aber im Vorfeld von M.Wurster sehr sorgfältig ausgearbeiteten Hilfsmitteln und ein wenig geometrischem Verständnis wie die alten Wissenschaftler uns die eingangs gestellte Fragestelllung erschließen konnten. Ich freue mich schon darauf, dieses Experiment mit interessierten Schülern nach zu vollziehen.

Zusammenfassung in Stichpunkten:

•          Der Workshop war perfekt vorbereitet.
•          Spannende Fragestellungen, die nicht nur Kinder in den Bann ziehen.
•          Sorgfältige, fundierte Einleitung.
•          Anschauliches, auch sorgfältig vorbereitetes Material.
•          Super vorbereitetes Handout, das die Verwendung für die eigene Arbeit sofort ermöglicht.

Workshop 11 mit Andrea Donath: „Gib den Kindern ein Zuhause“ - die Montessori Pädagogik für Kinder unter 3 Jahren

Frau Donath gelang es spielend, mit ihrem umfangreichen, beeindruckenden Filmmaterial einen fundierten Einblick in die Theorie und in die Praxis der Arbeit mit Kindern unter 3 Jahren zu geben. Ihr Workshop war perfekt vorbereitet, didaktisch sehr ansprechend konzipiert und abwechslungsreich durchgeführt.

Einen herzlichen Dank dafür, dass Sie uns Montessoris Konzept des „Assistants to Infancy“ vorgestellt haben, allen unseren Fragen den erforderlichen Raum gelassen haben und wir an der beispielhaften Umsetzung beim Aufbau einer frühkindlichen Einrichtung teilhaben durften!

Workshop 12 mit Petra Braun: Kosmische Erziehung und Sprache - Montessoripädagogik für 6 bis 12 jährige Kinder

Bei der Fragestellung: „Wie kann Sprache durch die Kosmische Erziehung lebendig vermittelt werden?“ zeigte uns Frau Braun, wie durch Erzählungen (siehe Ela Eckert: „Kosmische Erzählungen in der Montessoripädagogik“), Montessorimaterial und Zeitleisten den Kindern die Herkunft und die Zusammenhänge unserer mündlichen und schriftlichen Sprache und deren Bedeutung lebendig nahe gebracht werden. Frau Braun verglich zu Beginn die Auseinandersetzung mit Sprache zwischen Montessori- und staatlichen Einrichtungen. Dort wird der Lese- und Rechtschreibprozess schwerpunktmäßig gesehen, in Montessori-Einrichtungen wird schon im Kinderhaus das Bedürfnis nach Imagination, Geheimnissen und  Neugier durch Einbindung in die lebendige Lebensgeschichte der Menschheit gefördert. Dies wird dann ab 1.Schuljahr intensiviert, wobei immer das Interesse der Kinder miteinbezogen wird.

Frau Braun übermittelte uns das Thema mit anschaulichen Materialien wie „Das schwarze Band“, Figuren und Materialien zur Steinzeit, Sandpapierbuchstaben und  Buchstabensäckchen zur Einführung der Vokale (passend dazu die „Geschichte vom Papier, das sprechen kann“), Worteinführung mit Hilfe des Beweglichen Alphabets + Bildkarten (z.B. ZEBRA). Die Schreibentwicklung zeigte Frau Braun im Hinblick auf frühere Kulturen und deren Material: Tontafel, Federn, Griffel, Papyrus, Pergament, Tinte, Tusche....

Frau Braun will den Kindern auch bewusst machen, dass wir ohne unsere Vorfahren nicht das hätten, was wir heute haben. Damit will sie auch zur Friedenserziehung beitragen. In der Rechtschreibung setzt Frau Braun bei der Bedeutung von Veränderungen von Suffixen und Präfixen an (z.B. „Kind – Kindchen – kindlich – kindisch“ und „ruhig – unruhig“), um den Kindern ein Ordnungssystem an die Hand zu geben. Anschaulich zeigte sie mit Hilfe verschiedener Bürsten und dem Beweglichen Alphabet die zusammengesetzten Nomen, z.B. Zahnbürste, Spülbürste, Handbürste.....

Beim Rechnen mit Größen geht Frau Braun zurück zu den Babyloniern (12er System), zur Elle und zum Urmeter. Sie verband das Thema „Maß“ mit Sprache: Mit Hilfe eines Meterbandes und dem Beweglichen Alphabet zeigt sie den Kindern die Zusammenhänge der Begriffe (Meter, Zentimeter...) und lässt mit dem Beweglichen Alphabet die Wörter legen.

Alle Darbietungen zeigten einen hohen Aufforderungscharakter, motivierten zur Erforschung der Lerninhalte und ließen erkennen, mit wie viel Begeisterung sich die Kinder mit den Themen der Sprache  auseinandersetzen dürfen. Auch wir TeilnehmerInnen wurden motiviert, uns weiterhin mit der Sprache in der Kosmischen Erziehung zu beschäftigen.

Und damit ein herzliches Dankeschön an Frau Braun!

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