Montessori
Landesverband
Baden-Württemberg e.V.

Andreas Hipp: Mit Kindern Musik entdecken

Mit den Montessori-Glocken lassen sich grundlegende musikalische und stimmphysiologische Phänomene erschließen. Sie unterstützen die Entwicklung des musikalischen Gehörs und des musikalischen Gedächtnisses sowie die Erfahrung der Klänge und der musikalischen Begriffe und Formen.

Diese Erfahrung selbst zu machen und einen Einblick in die Vielfalt der Arbeit mit den Glocken zu bekommen, ermöglichte uns Andreas Hipp in diesem Workshop.

Erstes gemeinsames Singen und Musizieren stimmte uns auf die Thematik ein.

Zunächst folgte ein kurzer Abriss zur Theorie:
1. Bereiche der Musik
2. Aufbau der Arbeit mit den Glocken

Danach folgte die Praxis. Wir waren gefordert, genau zu hören und nachzusingen, aber auch die Musiktheorie im Bereich der Notennamen und Tonleitern wurde uns sehr eindrücklich vermittelt: ob auf einer riesigen Notenlinie auf dem Boden als Tonleiter aufgestellt oder aber im Treppenhaus.

Das war eigentlich der Clou des Workshops. Auf dieser Treppe mit (von uns gedanklich ergänzt) 12 Stufen wurden die 12 Halbtöne deutlich, aber auch der Aufbau der Dur-Tonleiter. Darüber hinaus konnten wir auf der Treppe stehend, mit den passenden Glocken in der Hand die Abstände der Töne beim Musizieren körperlich erfahren.

Alles in allem war der Workshop sehr gelungen, auch getragen von seiner eigenen Begeisterung, die uns Herr Hipp weitergeben konnte.

Wir würden uns einen weiteren Workshop zu den Glocken wünschen oder einen zusätzlichen Workshop mit den Transpositorn.

Elke Trutzenberger

Literatur zum Thema gibt es von Hans Wilms im Riedel-Verlag


 

 

Dr. Erika Brinkmann: Entwicklung der orthografischen Kompetenz

Wie entwickelt sich die orthografische Kompetenz?
Woraus setzt sich die orthografische Kompetenz zusammen?
Wie kann man im Unterricht das Rechtschreibenlernen sinnvoll unterstützen?

Antworten darauf finden Sie in nachfolgendem Artikel von Fr. Dr. Brinkmann, der uns dankenswerterweise zur Verfügung gestellt wurde.

 

 

Monika Hahn: Bewegung und Ruhe – Stille und Stilleübungen in der Montessori-Pädagogik

Themen waren:
Bewegung und Ruhe als Grundbedürfnisse für die Entwicklung des Kindes
Die Bedeutung von Stille in der Montessori-Pädagogik
Beispiele und Stille-Übungen für die praktische Arbeit im Kindergarten / in der Schule
Vermittlung eigener Stille-Erfahrungen

Theoretisches wurde gut strukturiert wiederholt und aufgefrischt. Kinder in die Ruhe begleiten und wieder zur Bewegung zurücklassen - eigene Ideen und Vorschläge konnten mit einfließen, auch für den Austausch untereinander war Zeit. Danke für das gute Manuskript, viele ansprechende Materialien zum Ausprobieren, Lieder, Bücher, CDs, Literaturliste und Geschichten. Für die TeilnehmerInnen war der Workshop ein Genuss, der Wechsel zwischen Ruhe und Bewegung war sehr schön, jahreszeitliche Aspekte fanden Beachtung (Äpfel, religiöse Themen), ebenso unterschiedliche Bewegungsräume (Ellipse, Labyrinth) - wer Lust dazu hatte, konnte diese ausprobieren und sich darauf einlassen.

 

 

 

Peter Bay, Renée Claßen: Multiplikation hin und her - über die erstaunlichen Möglichkeiten der Perlenstäbchen

Im Workshop  "Multiplikation hin und her - über die erstaunlichen Möglichkeiten mit den farbigen Perlenstäbchen" zeigten R. Claßen und P. Bay einige weitere Rechenmöglichkeiten mit den farbigen Perlenstäbchen, die im Programm eines Diplomkurses nicht vorgesehen sind.

1. Das Schlangenspiel der Multiplikation.
Ziel ist eine Sensibilisierung des Kindes für Rechenvorteile sowohl bei der Addition als auch bei der Multiplikation.
Beide Grundrechenarten werden gefestigt. Die Kontrolle erfolgt durch den Vergleich des Additions- und Multiplikationsergebnisses, das jeweils dasselbe sein muss, wenn richtig gerechnet wurde.
Das Schlangenspiel kann mit den farbigen Perlenstäben als auch mit dem Kasten zu den farbigen Perlenstäben durchgeführt werden.
Unterschied: Mit den Stäben müssen Mengen durch die verschiedenen Farben genau erkannt werden. Die geometrische Form lässt sich mit den Stäben genauer darstellen als mit den Perlen.

2. Summen multiplizieren mit einer Zahl und Multiplikation zweier Summen
Summen multiplizieren mit einer Zahl z.B.   3 x  (4 + 6 ) = 30
und die Multiplikation zweier Summen, z.B. (3 + 2 ) ( 4 + 6 ) = 50
erfolgt mit den Perlenstäben anschaulich und ist bereits eine Vorbereitung zur binomischen Formel.

3. Binomische Formel.
Beim Zerlegen eines Hunderter-Perlen-Quadrats durch waagrechtes und senkrechtes Abteilen mit zwei Gummis entsteht beim Nachbauen mit farbigen Perlenstäben fast von selbst die binomische Formel, die man in diesem Fall als Fläche wahrnehmen kann.

( a + b )²  = a² + 2 a b + b²
( 3 + 7 )² = 3² + 2 x (3 x 7) + 7²
    10 ²     = 9 + 42 + 49
      100    =  100

4. Differenz zwischen den Perlenquadraten.
Durch Hinzufügen von Perlenstäbchen um die Größe des nächst größeren Quadrats zu erreichen  erkennt man, dass sich der Unterschied zur nächsten Quadratzahl jeweils um 2 vergrößert.

1² + 3 = 2², 2² + 5 = 3², 3² + 7 = 4², 4² + 9 = 5² . . .

5. Dekanom.
Durch Auslegen aller Multiplikationsreihen erhält das Kind Zugang zum vertikalen und horizontalen Dekanom, wie auch einen Überblick über die Tauschaufgaben und den sich daraus ergebenden Rechenvorteilen.

Die klar strukturierte  Demonstration von Frau Claßen und Herrn Bay und die materialisierte Abstraktion der farbigen Perlenstäbchen ermöglichte einen konkreten Zugang zu abstrakten Zahlen und Gleichungen, die Kindern (und auch manchem Erwachsenen) den Zugang zur Mathematik erleichtern können.

(Anmerkung: Für Interessierte boten die Dozenten nach dem Abendessen noch weitere Übungen, an denen ich leider nicht teilnehmen konnte.)

Ulrike Seitz

 

 

 

Wolfgang Assbrock: Euro

Spannend und geheimnisvoll führte Herr Assbrock mit verschiedenen Übungen in das Thema "Euro" ein.

Es wurde z. B  eine Schatztruhe herumgereicht, die mit einem Schloss versehen war.
3 kleine Säckchen wurden weitergegeben, in denen jeweils eine Münze steckte. Der "Euro" musste erfühlt werden. Als Erkennungsmerkmal hatten die Säckchen am Band jeweils einen, zwei oder drei Knoten.
Auf einem Tablett mit den unterschiedlichsten Münzen aus verschiedenen Ländern sollte der "Euro" herausgesucht werden.
Auf einem weiteren Tablett mit schwarzem Filz belegt, befanden sich die unterschiedlichsten Lupen und ein Geldstück zur genauen Betrachtung.

Durch die Einstimmung in das Thema "Euro" war das Interesse der TeilnehmerInnen geweckt noch mehr zu erfahren und kennen zu lernen. Hierfür hatte Herr Assbrock eine "vorbereitete Umgebung" geschaffen,  in der die TeilnehmerInnen eine Fülle von Materialien erkunden und ausprobieren konnten.

Wir alle waren von der Vielfalt der Ideen begeistert und konnten sehr viel "geistiges Gut" mit nach Hause nehmen, um dieses für unsere Klassen und Kindergruppen nach zu arbeiten und einzusetzen.

Einige der genialen Ideen sind auf den nachfolgenden Fotos zu sehen.

Herzlichen Dank für die Teilhabe an diesem großen Erfahrungs - und Materialschatz!

Beate Wieland

 

 

Verschiedene Arbeitsmaterialien zum Thema Geld (Euro-Münzen und -Scheine) für die Unterstufe können an dieser Stelle als pdf-Dokumente heruntergeladen werden.

 

Dr. Marco Spurk: Experimentieren in der Grundschule

Jeder Teilnehmer konnte selbst einfache Experimente zu den Themenbereichen Farbe, Feuer, Über- und Unterdruck  ausprobieren, die von Kindern (unter Anleitung) ohne große Vorbereitungen selbst durchgeführt werden können.

Sehen Sie selbst:

 

 

Claudia Schäfer: Bildung und Erziehung schon für Kinder unter 3 Jahren? - Anregungen für eine entwicklungsangemessene Frühförderung

Schon lange wissen wir, dass die ersten Lebensjahre besonders prägende Jahre sind, die Einfluss auf die gesamte Entwicklung der Persönlichkeit nehmen. Doch bisher herrscht noch viel Unsicherheit darüber, was wir Kindern unter drei Jahren zutrauen dürfen und was ihre Bedürfnisse sind. Um Kleinkinder besser zu verstehen, möchte ich in meinem Workshop, gemeinsam mit Ihnen, näher betrachten, wie sich Kinder zwischen 0 und 3 Jahren entwickeln und Anregungen anbieten, wie wir eine entwicklungsangemessene, vorbereitete Umgebung für Kinder unter 3 Jahren konkret gestalten können, damit kleine Kinder aktiv tätig sein können.

Auch wenn wir uns nicht erinnern - die ersten Lebensjahre sind sehr prägend. Sie werden bestimmt von 3 Sensibilitäten: für Bewegung, für Sprache und für Ordnung.

Im Workshop wurde bereits zu Beginn mit gängigen Vorurteilen aufgeräumt:
Das Kind gehört in die Familie zur Mutter - aber: Kinder ertragen und brauchen mehr als eine Bezugsperson.
Kinder zwischen 0 und 3 Jahren sind nicht bildungsfähig - aber: Bildung und Erziehung sind untrennbar verwoben, schon Säuglinge im ersten Lebensmonat verfügen über erstaunliche Fähigkeiten, ihr Gegenüber zu imitieren und zu kommunizieren.

Es erfolgte ein Abriss der Entwicklung in den ersten 3 Lebensjahren:
Das 1. Lebensjahr ist geprägt von der explodierenden Bewegungsentwicklung, das Kind entdeckt seine Hand, lernt, sich körperlich aufzurichten, imitiert. Neugierde und Bewegung sind Zeichen der Intelligenz, alle Sinne werden miteinander verknüpft.
Im 2. Lebensjahr bildet die sprachliche Entwicklung des Kindes den Schwerpunkt, das Ich-Bewusstsein erwacht, die Kinder entwickeln ihre Körpersprache weiter und emotionale und soziale Kompetenzen bilden sich heraus. Übungen des täglichen Lebens im eigenen Rhythmus des Kindes sind in dieser Phase von großer Bedeutung.
Die Entwicklung im 3. Lebensjahr ist geprägt von den Begriffen "Denken" und "Ordnung": die Kinder fangen an, selbstständig zu denken, entwickeln ihre eigene Logik, ihr Wortschatz explodiert. Am Ende des 3. Lebensjahres hat das Kind die gesamte Grammatik seiner Muttersprache entdeckt, auch wenn es sie u.U. noch nicht nutzt.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine leider viel zu kurze Vorstellung einiger einfacher Materialien, um die kindliche Entwicklung in den jeweiligen Phasen spielerisch zu unterstützen und zu fördern.

Andrea Winterbauer

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