Montessori
Landesverband
Baden-Württemberg e.V.

Verbreitung der Pädagogik

Maria Montessori 1913

1909 schrieb Montessori ihr erstes pädagogisches Buch, in dem sie ihre Methode und ihr Material erläuterte. Es wurde 1913 in deutscher Sprache unter dem Titel Selbsttätige Erziehung im frühen Kindesalter veröffentlicht. Dieses Werk erlebte mehrere Überarbeitungen und liegt heute unter dem Titel Die Entdeckung des Kindes vor. Inhaltlich geht es um die Entdeckung, dass das Kind – wenn man ihm interessantes Material gibt, das es fasziniert – zu einer besonderen Form der Konzentration (Maria Montessori nennt sie Polarisation der Aufmerksamkeit) fähig ist.

Montessori wies nach, dass die – auch heute noch – verbreitete Auffassung von der Unstetigkeit kindlicher Handlungen ein Trugschluss ist. Denn wenn ein Kind von einer Sache gefangen genommen wird, versenkt es sich in eine besondere Form der Konzentration, die das Kind ausgeglichener und ruhiger werden lässt. Ihr gesamtes pädagogisches Wirken war auf die Bedingungen für die Wiederholbarkeit der Polarisation der Aufmerksamkeit gerichtet.

Parallel zur Eröffnung weiterer Kinderhäuser in Italien hielt Montessori Ausbildungslehrgänge zu ihrer Pädagogik zuerst nur in Italien, später in vielen Ländern ab. Sie pendelte zwischen ihrem Wohnsitz Barcelona, Italienaufenthalten und vielen Reisen (Vorträge, Lehrgänge) in Europa (Ehrendoktorwürde in Durham, England)) und in die USA. Zunächst vertiefte sie natürlich ihre Beziehung zu ihrem Sohn, der sie inzwischen fortwährend begleitete und in ihr Werk und Denken hineinwuchs. Der in Italien beginnende Faschismus berührte auch die sich in Italien ausbreitende Montessori-Pädagogik. Die faschistisiche Idee, die Montessori-Pädagogik ideologisch zu instrumentailisieren, gelang allerdings nicht.

In dieser Zeit schrieb Montessori u.a. ein Werk zur religiösen Erziehung (I bambini viventi nella chiesa 1922) und zwei mathematisch-didaktische Werke (Psico Arithmetica und Psico Geometrica).

Eine wichtige Station Montessoris war Wien, wo sie mit Anna Freud, der Tochter Sigmund Freuds, Kontakt fand. Wie viele andere wissenschaftliche Strömungen wurden so auch psychoanalytische Ideen von Montessori aufgenommen (K. Jühlke: Montessori und Freud. Diss. Münster 1980). Zu größerer Verbreitung und Bedeutung gelangt auch ihr Buch „Kinder sind anders“(Il segreto dell’infancia 1938).

Es war u.a. der spanische Bürgerkrieg, der Montessori veranlasste, Spanien zu verlassen und Wohnsitz in den Niederlanden zu nehmen, wo sich (nach Berlin) auch der Sitz der weltumspannenden Montessori-Organisationen (AMI) befand.

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