Montessori
Landesverband
Baden-Württemberg e.V.

Renaissance der Montessori-Pädagogik nach 1945

Bei Kriegsende musste man wie in vielen Bereichen einen Neustart wagen. So gründete Prof. Dr. Paul Scheid gemeinsam mit Mario Montessori, dem Sohn Maria Montessoris, die Deutsche Montessori Gesellschaft in Frankfurt/Main neu. Die Wiederbelebung und der restaurative Neubeginn der Montessori-Bewegung kam ausschließlich durch Montessori-Pädagogen zu Stande, die bereits in den 20er und Anfang der 30er Jahre mit dieser Pädagogik in Berührung gekommen waren.

In Berlin ging es zunächst schneller voran als im restlichen in Besatzungszonen geteilten Deutschland. Dort wurde durch jedoch Intervention der britischen Militärregierung die Montessori-Pädagogik als ideologieunverdächtig eingestuft und durch eine überaus aktive Überzeugungsarbeit von Irene Dietrich, die in den 20er Jahren ihr Montessori-Diplom erworben hatte, unterstützt.

Neben Berlin kam es in NRW durch Helene Helming (spätere Professorin in Essen) und ihre Studenten schnell zu einem Neubeginn der Montessori-Bewegung im Rheinland. So entstand 1949 der Düsseldorfer Kreis katholischer Lehrer/innen (später Montessori-Vereinigung e.V. - Sitz Aachen), die sich mit der Montessori-Pädagogik besonders befassten, mit Freiarbeit experimentierten und eine Schulreform „von innen“ betrieben.

Unter großen Anstrengungen wurden auch in Frankfurt/Main Weiterbildungsangebote für Lehrer und Erzieher organisiert, Materialien selbst gebastelt und getauscht. So entstand in den 50er und 60er Jahren eine erfreuliche Anzahl von Einrichtungen. Kontinuierliche Montessori-Lehrgänge sorgten für qualifizierten Nachwuchs im Erzieher- und Lehrerbereich und auch heilpädagogische Ansätze entwickelten sich sehr erfolgreich.

Dennoch muss angemerkt werden, dass die Genehmigung und Ausstattung von Einrichtungen mit einzelnen Personen und Funktionsträgern stand und fiel. So praktizierte der Münchner Kinderarzt Prof. Dr. Theodor Hellbrügge in seiner wegweisenden Einrichtung eine innige Verbindung von Medizin und Pädagogik. Diese Einrichtung wuchs ständig und besteht auch heute noch.

Inzwischen entstand auch die erste Dissertation über Montessori (P. Oswald 1958), der später die Dissertation von seinem Kollegen G. Schulz-Benesch (1964) folgte, mit starken Impulsen für die wissenschaftlicher Wiederbelebung der Montessori-Pädagogik.

Nach einer Phase der Verunsicherung in den 60er Jahren durch allgemeine Schulreformen (Details hier) setze sich die Ausbreitung der Montessori-Pädagogik fort. Übersetzungen von Maria Montessoris Büchern nahmen zu, ebenso Montessori-Kurse vor allem in Westdeutsch­land/Rheinland. Die Vorschulerziehungsbewegung in den 60/70er Jahren tat ein Übriges.

Seit Mitte der 80er Jahre bis in die Gegenwart hinein erfolgt wieder eine erhebliche Ausweitung. Dieses gilt auch in den Neuen Bundesländern. (Bis zur Wende war die Montessori-Pädagogik in den Studiengängen der Lehrer- und Erzieherausbildung der DDR nicht vertreten.)

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